Alles Wichtige über Erdnüsse

Erfahren Sie hier von unserem Biologen und Futterexperten alles, was Sie zum Thema "Erdnüsse im Futter" wissen müssen

Jetzt zur Winterzeit stehen leckere und energiereiche Nüsse jeder Art nicht nur bei uns Menschen, sondern auch bei Wildvögeln, Papageien und Nagern auf dem Speiseplan. Allerdings kursieren im Social Web, in Chats oder Foren in letzter Zeit Behauptungen, dass Nüsse schädlich wären - Erdnüsse seien z.B. für Eichhörnchen nicht artgerecht etc. Solche Aussagen sind wissenschaftlich nicht belegt, sorgen aber für Verunsicherung. Deshalb haben wir dieses Thema mit unserem Biologen und Futtermittelexperten Dr. Stephan Dreyer zusammen ausführlich untersucht und für Sie alles Wissenswerte zusammengestellt.

Welche Art von Erdnüssen verarbeiten wir überhaupt im Futter?

In unseren Premium-Produkten finden sich KEINE Nebenerzeugnisse oder Rückstände (wie Erdnusskuchen, Erdnussexpeller oder gar Erdnussextraktionsschrot), die bei der Gewinnung von Erdnussöl im größeren industriellen Stil anfallen und wie man sie in Nutztierfutter gelegentlich findet. Wir verwenden Erdnüsse, auch Wal- und Haselnüsse, wie sie auch von Menschen verzehrt werden - ganz oder zerkleinert sowie grundsätzlich ungesalzen. Unser Erdnuss-Bruch ist geschält und fein zerkleinert.


Die tatsächliche Faktenlage zum Thema Unverträglichkeit

Es gibt ganz grundsätzlich KEINERLEI Belege dafür, dass irgendeine Tierart Erdnüsse nicht vertragen würde, allergisch dagegen sei oder diese als Futter  prinzipiell ungeeignet sein könnten. Diesbezüglich hat sich alles dazu bekannt gewordene stets als unrichtig herausgestellt. Nur für uns Menschen (entwicklungsgeschichtlich ohnehin „ernährungssensibel") gilt die Ausnahme, dass Erdnüsse relativ viel allergenes Potential haben und Allergien auslösen können. Wissenschaftlich belegt sind Unverträglichkeiten nur bei Hunden und Katzen bei Soja, Weizen und Milch/Molkereierzeugnissen. Zucker kann bei erkrankten Ziervögeln ein Thema sein (siehe hierzu unseren Blogbeitrag "PRIME vs. PRIMUS VITAL").

Sind Erdnüsse artgerecht?

Erdnüsse werden umgangssprachlich „Nüsse“ genannt. Botanisch betrachtet sind es Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen, Linsen & Co. Vom Aufbau her (die Wissenschaft sagt: morphologisch) sind die erntereifen Erdnüsse dann aber doch wieder wie Nüsse, da ihre Hülsen = Samenschalen sich zur Reife eben nicht öffnen, sondern geschlossen bleiben, um nicht in der Erde zu verrotten. Denn nur dort werden sie überhaupt reif (und würden erst im Folgejahr keimen, wobei dann der Keimling die nassen Schalenreste sprengt). Während botanisch echte Nüsse zum Obst zählen, sind Erdnüsse demnach „unterirdische Hülsenfruchtpseudonüsse“.  Und ja, sie sind auf Mitteleuropa bezogen in der Tat nicht einheimisch. Das wären z.B. die Haselnüsse oder die Walnüsse mit ihren sehr harten Schalen, aus denen man den ess- bzw. fressbaren Anteil nur sehr schwer herausbekommt und die nur für wenige Tiere und Vögel wirklich geeignet sind.

Futter ist nie tatsächlich "artgerecht" im engsten Sinne des Wortes. Wir bei Claus benutzen diesen Begriff aber auch, weil jeder weiß, was damit gemeint ist - nämlich, dass Futter die Tiere "artgemäß" versorgt. Und artgemäß ist Futter immer dann, wenn die Vorgaben der Natur für den Verdauungstrakt inhaltsstofflich korrekt nachempfunden werden.

Ein exakter Nachbau der tatsächlichen Naturnahrung ist zwar anzustreben, aber in der Regel kaum möglich. Natürlich vorkommende Nahrung ist oft nicht in der benötigten Menge verfügbar, die man zur Herstellung von Futtermitteln braucht. Ein Fliegenschnäpper z.B. ernährt sich in der Natur ausschließlich von lebenden Insekten. Bei der Zusammenstellung eines artgerechten Futtermittels schaut man deshalb auf die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe (Protein, Fett, Mineralien, Vitamine usw.). Diese müssen gut verdaulich und verwertbar für die jeweilige Tierart sein. Und zwar ziemlich unabhängig davon, woraus diese stammen. Natürlich muss das Futter den Tieren auch schmecken und gut aufgenommen werden.

„Einheimisch“? Im besten Fall ist das natürlich schon aus Nachhaltigkeitsgründen eine tolle Sache. Wichtig ist bei der Futterherstellung vor allem aber, dass die Zutaten auch dauerhaft verfügbar sein müssen. 

Und die Verfügbarkeit?

Betrachten wir die jährlichen Welt-Erntemengen (nach FAO 2019, bezogen auf Ware in der Schale), erkennt man schnell, dass diese bei Erdnüssen bei etwa 48 Mill. Tonnen liegen, bei den "einheimischen" Walnüssen liegt diese Zahl bei etwa 4,5 Mill. und bei den Haselnüssen gar nur bei 1,125 Mill. Tonnen. Wenn man sich dazu die Anbau- und Erntemethoden anschaut, sind die Erdnüsse  klar im Vorteil!

Inhaltstoffe

Weil Walnüsse und Haselnüsse zu den Ölfrüchten („fettes Schalenobst“) gehören, sind sie sehr fetthaltig (> 70 % Fettgehalt bei der Walnuss und >63 % Fettgehalt bei der Haselnuss) und bieten relativ wenig Eiweißstoffe (jeweils um die 16 % Proteingehalt), die im Futter ebenfalls eine große Rolle spielen. Erdnüsse sind da schon von Natur aus ernährungsphysiologisch viel ausgewogener, wenn auch immer noch recht energiehaltig:

Die Erdnuss enthält ohne Schalen ca. 48 % Fett und hat einen Proteinanteil von fast 30 %. Dazu treten ca. 7,5 % Kohlenhydrate im engeren Sinne (bestehend aus 5,5 % Stärke und knapp 3 % natürlicher Saccharose) sowie über 11 % an Ballaststoff-Substanzen inkl. Rohfaser. Bei den Vitaminen finden sich nennenswerte Mengen von Vitamin B3 und Vitamin E, bei den Aminosäuren innerhalb der Proteinfraktion sticht das wertvolle Arginin hervor. Es ist für Vögel essentiell und für Säugetiere (inkl. Mensch) immerhin noch „halb-essentiell“. Weitere gute Inhaltsstoffe sind bei den Mineralien (in Gesamthöhe von 2,22 %) das Magnesium und der Schwefel als wichtige Mengenelemente und unter den Spurenelementen der Erdnuss hat Zink die Nase vorn. Die Fettqualität misst sich an den Fettsäuren im Ölanteil und da zeigt sich die Erdnuss ebenfalls recht vielseitig. Genau dieses Nähr- und Wirkstoffprofil macht Erdnüsse in Rationen für Eichhorn, Igel, andere Säuger und für alle körnerfressenden Gefiederten so wertvoll.

Schimmelpilzgefahr?

Damit bleibt nur ein wichtiges Vorurteil, dem aber durch Kontrollen begegnet wird: Genau wie Muskatnuss, Pistazien, Haselnüsse und Mandeln gehören Erdnüsse leider zu den Früchten, bei denen die Gefahr durch den Befall mit Schimmelpilzen (Aspergillus flavus und Aspergillus parasiticus) doch recht groß ist, sodass regelmäßige Kontrollen – und zwar ab der Ernte - angesagt sind. Denn die genannten Pilzarten können gefährliche, potentiell giftige Stoffe bilden (Mycotoxine), wenn sie sich dank des guten Nährstoffangebots innerhalb der Schalen vermehren. Die fraglichen Mycotoxine heißen Aflatoxine und sind seit Jahren Anlässe für verstärkte Kontrollen innerhalb der EU und zwar bereits beim Grenz-Eintritt aus Drittländern. Dabei legen regelmäßige Änderungen von EU-Durchführungsverordnungen immer wieder neu fest, bei welchen Erdnüssen aus welchen Ländern nach der Maßgabe von permanenten Stichprobenergebnissen verstärkt und vertieft ganz genau hingesehen und analysiert werden muss. Verantwortlich dafür sind die Lebensmittel-Grenzkontrolleure, zusätzlich bei Mischfuttermitteln mit Erdnüssen und tierischen Bestandteilen auch noch die Amtsveterinäre der Kontrollstellen an den EU-Außengrenzen.

Damit gehören Erdnüsse zu den am besten und intensivsten kontrollierten Stoffen der EU, wobei sowohl die Schimmelpilze selbst (Sporen und Pilzfäden) als auch ihre spezifischen Toxine im Vordergrund stehen. Also keine Sorge: wir kaufen nur freigegebene Erdnuss-Waren, immer zum Wohle der uns anvertrauten Tierarten. Zusätzlich werden alle unsere Futter regelmäßig von der Futtermittelbehörde kontrolliert und wir lassen sie zusätzlich ständig von einem unabhängigen Labor testen!



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